CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG
Concordia setzt zur IT-Modernisierung auf toolbasierten Ansatz von smartShift - Schritt für Schritt von Alt auf Neu
Mehr als 30 Jahre zählt das IT-System der Schweizer Kranken- und Unfallversicherung Concordia. Während dieser Zeit wurde es ständig weiterentwickelt. Die Pflege der über die Jahre gewachsenen Lösung wurde zunehmend aufwändig, innovative Techniken aufzusetzen fast unmöglich. So brannte den Schweizern eine umfassende IT-Modernisierung unter den Nägeln. Die Concordia-Experten entschieden sich schließlich bei dem für ihr Unternehmen strategisch so bedeutenden Projekt für den toolbasierten Modernisierungsansatz nach dem smartShift-Verfahren. Damit wird Schritt für Schritt die Concordia-Anwendung den steigenden Anforderungen angepasst: sicher, „in time" und „in budget".
Schon seit 1951 arbeitet die Concordia mit einer IBM-Lösung. Bei dem zu Beginn des Modernisierungsprojekts bestehenden System handelte es sich um eine gewachsene Lösung, die im Jahr 1972 aufgesetzt und seither ständig weiterentwickelt wurde. Im Sommer 2006 suchten die Schweizer per Ausschreibung Unterstützung für die Modernisierung der Datenstrukturen und -formate ihrer IT-unterstützten Kernapplikation.. Bei dieser handelt es sich im Wesentlichen um das gesamte Backoffice für das Privatkundengeschäft, die Verwaltung des Kundenstammes, Prämien inklusive InExkasso (Steuerung und Kontrolle über den gesamten Geldverkehr) sowie die Leistungsabwicklung.
Die Aufgabe
„Anfangs ging es in unserer Ausschreibung um eine zügige Umstellung der Datenstrukturen und Datenformate unseres Kernsystems", erläutert Cristina Conti, CIO der Concordia. Die bestehende IT-Lösung war zu wenig flexibel, um auf die steigenden Anforderungen an die Geschäftsprozesse einzugehen. „Sie wurde zunehmend unübersichtlich und immer schwerer handhabbar, sodass wir anfangs nach einem Dienstleister suchten, um eine manuelle Umstellung vorzunehmen."
Neben mehreren anderen - vor allem IT-Beratungshäusern - bot auch der IT-Modernisierungs-Experte smartShift aus Mannheim mit. „Wir haben verschiedene Optionen geprüft", erinnert sich Cristina Conti. „ Schließlich haben wir uns aus Sicherheitsüberlegungen gegen eine rein manuelle Umstellung entschieden und die smartShift-Tools für eine komplexe, automatisierte IT-Modernisierung gewählt."
Das smartShift Verfahren
Die prinzipielle Aufgabe besteht darin, Altsysteme so zu modernisieren, dass die bewährten Geschäftsprozesse weiterhin optimal unterstützt werden und sich harmonisch mit neuen Prozessen verbinden lassen. Von daher steht am Anfang des smartShift-Modernisierungs-Prozesses eine detaillierte Analyse der existierenden Ist- und Soll-Situation der Systemumgebung: das Verständnis für die Altsysteme ist das „A" und „O".
„Das smartShift Verfahren stützt sich auf ein ausgefeiltes Set moderner Softwaretools, die mit geringem Anpassungsaufwand für nahezu alle Plattformen eingesetzt werden können", beschreibt Stefan Hetges, Geschäftsführer bei smartShift. „Diese Werkzeuge unterstützen und automatisieren den IT-Modernisierungsprozess von der Analyse bis hin zur Umsetzung. Innerhalb weniger Wochen passten unsere Experten im Fall der Concordia die vorhandenen Tools auf die spezifischen Bedürfnisse und Softwarekonstellation an."
Mittels der Tool-basierten Analyse wurde das gesamte, sehr komplexe IT-System der Concordia auf seine Funktionalitäten hin geprüft. Durch die Datenfluß- und Schnittstellenuntersuchung mit den smartTools ergab sich die notwendige Grundlage für die Unterteilung des Systems in fünf technisch und fachlich sinnvolle, logische und nahezu disjunkte Teilpakete. Der eigentliche Modernisierungsprozess ist im April 2007 gestartet, das Projekt soll bis Herbst 2009 abgeschlossen werden.
Mit Teilpaketen zum sinnvollen Ganzen
Diese Pakete werden nacheinander - Schritt für Schritt - modernisiert und getestet. Sie betreffen u.a. die Leistungsabrechnung, Versicherungspolicen und Prämienberechnung, Fakturierung sowie alle Online-Applikationen für die Fachbereiche. „Für uns war wichtig, das gesamte System nicht in einem Rutsch umzusetzen. Durch die Paketierung ist es möglich, schon frühzeitig Erfolge zu haben, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden", ergänzt Cristina Conti. „Ausserdem kann man nur bei einer solchen Vorgehensweise noch weitere Projekte parallel zulassen. Ansonsten wäre das komplette System in einem Freeze gewesen."
Bei der Concordia laufen die Kernapplikationen auf IBM-Mainframe unter zOS mit der Datenhaltung in DB2. Sämtliche von der Umstellung betroffenen Applikationen sind Eigenentwicklungen. Batchprogramme werden in PL/1 entwickelt, Online Programme (CICS) unter "Visual Age for Java 4.0" in Verbindung mit dem "Visual Age Generator 4.5". Insgesamt werden in dem Projekt 1,6 Millionen Lines of Code bearbeitet. Die IT-Landschaft an sich ändert sich durch das Projekt nicht, sondern die Anwendung ist „nur" modernisiert. Dadurch lassen sich spätere Änderungen an der Lösung vereinfacht durchführen. Das Paketierungsverfahren unterstützt Concordia auch in zukünftigen Projekten.
Fehlerquote gegen Null
Die ersten vier Pakete sind bereits abgeschlossen, das fünfte Paket steht kurz vor der Einführung. Das smartShift-Verfahren garantiert eine äußerst geringe Fehlerquote. „smartShift konnte sämtliche Anpassungen in den regelbasierten Tools implementieren" betont Stefan Hetges. Auf diese Art und Weise wurde eine 100% automatische Umsetzung erreicht, davon werden auch die Folgepakete profitieren. „Uns hat die Möglichkeit begeistert, eine einheitliche, homogene Lösung mit einem hohen Automatisierungsgrad zu nutzen" bringt es Cristina Conti auf den Punkt. „Im Gegensatz zu dem Einsatz vieler menschlicher Hände, wird hierdurch die Fehleranfälligkeit extrem minimiert."
Hohe Akzeptanz sichert den Erfolg
Durch die schrittweise Durchführung des Modernisierungsprozesses kann die Akzeptanz aller Beteiligten kontinuierlich wachsen. Die Endanwender merken überhaupt nicht, dass sich etwas geändert hat. „Auch die ITler, die als Spezialisten bei der Analyse und beim Test beteiligt sind, arbeiten hervorragend mit", ergänzt Cristina Conti und schließt: „Insgesamt handelt es sich um ein absolut strategisches Projekt unseres Hauses mit der notwendigen Priorität des Managements und entsprechender Akzeptanz aller Beteiligten."
Der Anwender in Kürze
Die Concordia zählt mit rund 665.000 Versicherten zu den größten Kranken- und Unfallversicherern der Schweiz. Zurzeit sind 1.200 Mitarbeiter bei der Concordia beschäftigt (Vollzeit und Teilzeit), davon 540 am Hauptsitz in Luzern, die übrigen in fünf Service Centern in der Landesvertretung Liechtenstein und in 320 Agenturen und Geschäftsstellen.
Die Concordia wurde im Dezember 1913 in Zug gegründet und nahm 1914 ihre Tätigkeit in Luzern auf. Sie bietet die obligatorische Krankenpflegeversicherung gemäß KVG an, Zusatzversicherungen nach VVG sowie die Unfallversicherung nach UVG. Ihr Angebot richtet sich an Privatpersonen, Familien, Unternehmen und Verbände.
